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IT Stories

Sysadmins haben es nicht immer leicht. Probleme zu lösen bedarf oft der Mitarbeit desjenigen, der das Problem hat. Das wird dann zum Problem, wenn der Nutzer von „Informationstechnologie“ sich beharrlich weigert den eigenen Verstand einzuschalten und bei der Lösung eines Problems zu helfen. Auch wenn solche Situationen in dem Moment in dem sie stattfinden oft schwierig sind, so resultieren daraus meist Geschichten, die (wenn etwas Gras darüber gewachsen ist) durchaus als gute Unterhaltung durchgehen.

Ich werde, selbstverständlich anonymisiert, beginnend mit diesem Blogpost in der Kategorie „Off Topic“ gelegentlich solche Geschichten posten. Fangen wir mit einer kurzen Geschichte an, viel Spaß.

„Das Eckige muss in das Eckige“

Es gibt Berufsgruppen, denen man eine besondere IT-Affinität auch mit viel gutem Willen nicht nachsagen kann. Man bedient mit einer solchen Aussage noch nicht einmal diverse Vorurteile.

Dazu gehören besonders Berufsgruppen denen eine gewisse Nähe zur Esoterik eigen ist. Näher gehe ich nicht ins Deteil, ich will ja schließlich keine Vorurteile in die Welt setzen.

Eine Kundin aus eben einer solchen Berufsgruppe erteilte uns den Auftrag Ihr ein neues, netzwerkfähiges Multifunktionsgerät (Drucken, Scannen, Fax) zu besorgen. Einrichten wollte Sie das Gerät selbst, unseren Stundenlohn wollte Sie sich sparen.

Die Kundin holte das Gerät bei uns ab, am nächsten Tag kam dann der beinahe erwartete Anruf.

„Das Gerät ist defekt.“

„Inwiefern?“

„Es wird vom PC nicht erkannt.“

„Wie haben Sie es angeschlossen?“

„Per USB.“

„Keine Reaktion des Computers?“

„Nein. Ich habe die Treiber trotzdem Installiert, das Gerät tut nichts.“

„OK, soll ich vorbei kommen?“

„Ja, aber das ist Garantie!“

„Wir werden sehen.“

Ich bin direkt los gefahren, wurde herein gelassen und erkannte das Problem schon an der Bürotür.

Mir war bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, dass ein USB „B“ Stecker tatsächlich in eine RJ-45 Buchse passt und mit ein wenig mechanischer Überzeugungskraft sogar dazu bewogen werden kann darin stecken zu bleiben.

Der Kundin zu erklären, dass dieser Fall weder unter Garantie, noch unter Gewährleistung fällt, war dann erfreulich einfach.

Soweit zum Thema „Geld sparen“. Das Gerät musste selbstverständlich bezahlt werden, auch wenn die RJ-45 Buchse wohl nicht mehr zu gebrauchen ist, hinzu kamen dann doch Stundenlohn und Anfahrt.

Auch wenn das Aufbauen eines Druckers einen fähigen System- und Netzwerkadministrator eher langweilt und manchmal auch nervt, so ist es doch erschreckend, welche Geringschätzung unseren Leistungen nicht selten entgegebracht wird.

Immer wieder stelle ich fest, dass die Stundenlöhne einer Autowerkstatt von genau den Kunden sang und klanglos bezahlt werden, die sich über die Rechnungen Ihres IT-lers aufregen. Wir sind eine Berufgruppe, die einem ständigen Lernzwang unterliegt, wir sind in der Lage hochkomplexe Probleme aufzuspüren und zu lösen, und trotzdem glauben viele Kunden, dass das was wir tun auch von Ihrem 14 jährigen Sohnemann erledigt werden kann.

Eine Kundin ging sogar soweit, festzustellen, dass „es in unserer Berufsgruppe ja anders sei als bei Ärzten oder Anwälten, bei uns müsse Beratung ja kostenlos sein.“

Woher kommt das?

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